Premium unter Druck: Wie Heimtiermarken 2026 gegen den Eigenmarken-Boom bestehen

Der Preis ist nicht mehr das einzige Verkaufsargument

Wer heute einen Blick in Zoohandlungen oder die Online-Shops von Tierbedarfsmarken wirft, stellt sofort fest, dass sich das Produktangebot in den Regalen grundlegend verändert hat. Neben den etablierten Herstellermarken gibt es immer mehr Premium-Eigenmarken, die von Lebensmitteleinzelhändlern und Fachhändlern angeboten werden. Diese wirken hochwertig und sind nur geringfügig günstiger, verfügen jedoch über ein deutlich geringeres Werbebudget. Dadurch entsteht für die Markenhersteller ein neues Wettbewerbsumfeld. Ein Qualitätsvorsprung allein reicht nicht mehr aus. Wer als Premiummarke bestehen will, muss bis 2026 klare Gründe dafür liefern, warum es sich nach wie vor lohnt, einen höheren Preis zu zahlen.

Eigenmarken verzeichnen ein zweistelliges Wachstum, und Premiummarken spüren bereits die Auswirkungen
Die Zahlen bestätigen diesen Trend. Im Jahr 2025 stieg der Umsatz mit Premium-Eigenmarken im deutschen Einzelhandel um 11,2 Prozent. Der gesamte deutsche Heimtiermarkt ist mit einem Gesamtumsatz von knapp 7 Milliarden Euro (1) zwar stabil, doch es sind Veränderungen in der Zusammensetzung zu beobachten. Der Lebensmitteleinzelhandel festigt seine Position als wichtiger Vertriebskanal für Tiernahrung, und damit steigt auch die Bekanntheit der dort angebotenen Eigenmarken. Für Premium-Hersteller bedeutet dies, dass zwar weiterhin Wachstumspotenzial besteht, dieses jedoch nicht mehr automatisch gegeben ist.

 

Was heutige Tierhalter wirklich auszeichnet

Gleichzeitig werden Tierhalter anspruchsvoller, ohne dabei gleichgültig zu werden. Bevor sie sich für ein Produkt entscheiden, nutzen sie im Durchschnitt 4,3 verschiedene Informationsquellen. Insbesondere bei Themen wie Ernährung, Allergien und Gelenkgesundheit erwarten sie fundierte Beratung, die die im Regal stehenden Eigenmarken allein nicht bieten können. Auf dem ZZF-Forum 2026 brachte der Tierarzt Dr. Stefan Knupp (2) den Kern der Sache wie folgt auf den Punkt: „Die Gesundheit von Haustieren ist derzeit eine der stärksten strategischen Vertriebsstärken, über die Hersteller und Fachhändler verfügen“, so Dr. Knupp. Indem sie ihre Beratungskompetenz in den Bereichen Ernährung, Prävention und Wohlbefinden deutlich unter Beweis stellen, verkaufen Händler nicht nur ein Produkt, sondern ein „Vertrauensversprechen“. Und genau das ist die Stärke, die sich mit austauschbaren Eigenmarken nicht so leicht nachahmen lässt.

 

Drei Schlüssel zur Sicherung der Position von Premiummarken

Die Aufrechterhaltung einer Premium-Position lässt sich nicht durch einmalige Rabattaktionen erreichen, sondern wird durch eine konsequente Positionierung entlang der folgenden drei Hebel realisiert.

  • Fachliche Autorität statt Werbeslogans: Aufbau von Inhalten zu den Themen Gesundheit, Ernährung und Prävention von Haustieren – idealerweise mit klarer Hervorhebung von Fachwissen aus den Bereichen Veterinärmedizin und Ernährungswissenschaft. Genau dies schafft das Vertrauen, das beim Produktauswahlprozess im Regal den entscheidenden Unterschied ausmacht.
  • Emotionale Ansprache durch Storytelling: Wie im ZZF-Forum diskutiert wurde, beeinflusst in den sozialen Medien oft das Unterbewusstsein die Entscheidungsfindung. Marken, die nicht nur die Vorteile eines Produkts aufzeigen, sondern glaubwürdige Geschichten erzählen, bleiben besser im Gedächtnis haften als gewöhnliche Verpackungsprodukte.
  • Konsistenz über alle Kanäle hinweg: 61 % der Haustierhalter kaufen sowohl in stationären Geschäften als auch online ein (3). Indem man auch offline die gleiche Qualität bei Beratung und Markenbotschaften bietet, kann verhindert werden, dass Kunden aufgrund eines unklaren Online-Images zu günstigeren Eigenmarken abwandern.

 

Praxisbeispiel: Vom Preisvergleich zur vertrauensbasierten Entscheidung

Ein Kunde steht vor der Wahl zwischen einer bekannten Herstellermarke und einer neuen Eigenmarke eines Discounters. Optisch sind sie kaum zu unterscheiden, und der Preisunterschied ist gering. Ausschlaggebend ist letztendlich nicht das Etikett, sondern die Frage, wo der Kunde zuvor verständliche Antworten auf seine tatsächlichen Bedenken, beispielsweise hinsichtlich der Verdaulichkeit und Aufnahme des Futters für seinen Hund – erhalten hat. Unabhängig davon, ob online oder im persönlichen Gespräch, wird jene Marke den Kauf für sich entscheiden, die vertrauenswürdige Antworten auf diese Fragen liefern konnte – selbst wenn das Produkt im Regal optisch einer günstigeren Alternative ähnelt.

Lesen Sie ebenfalls unseren Artikel zum Thema Nischenstrategie: https://luxregia.de/mikro-nischen-strategie-pet-marken/

Fazit

Der Boom der Eigenmarken auf dem Heimtiermarkt ist kein vorübergehender Trend, sondern verändert das Wettbewerbsumfeld nachhaltig. Premium-Marken, die sich weiterhin ausschließlich auf Produktqualität und Markenbekanntheit verlassen, geraten zunehmend unter Druck. Unternehmen hingegen, die die Gesundheit der Haustiere, fachkundige Beratung sowie eine über alle Kanäle hinweg konsistente und emotional vertrauenswürdige Markenpräsenz in den Vordergrund stellen, können ihre Position verteidigen – selbst wenn im selben Regal günstigere Alternativen stehen.

Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, wie stark Ihre Marke derzeit gegen den Druck durch Eigenmarken gewappnet ist. Im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung analysieren wir Ihre Markenkommunikation in sozialen Medien, auf Ihrer Website und im Fachhandel und zeigen Ihnen konkrete Verbesserungsmöglichkeiten auf. Luxregia ist auf die Entwicklung von Social-Media- sowie SEO-/GEO-Strategien für Premium-Marken in der Haustierbranche spezialisiert.

FAQ

Handels-Eigenmarken sind längst keine billigen Nachahmungen mehr. Sie bieten heute optisch sowie qualitativ hochwertige Produkte zu meist günstigeren Preisen und wachsen zweistellig. Rein über das Argument der Produktqualität lässt sich der Preisaufschlag von Premiummarken daher immer schwerer rechtfertigen.

Der Schlüssel liegt in der Beratungskompetenz und der fachlichen Autorität. Während Eigenmarken im Regal stumm bleiben, setzen erfolgreiche Herstellermarken auf fundierte Inhalte rund um Tiergesundheit, emotionale Markenführung und eine konsistente Präsenz über alle Kanäle hinweg.

Tierhalter:innen informieren sich vor dem Kauf intensiv und nutzen im Schnitt mehrere Informationsquellen. Sie hinterfragen Inhaltsstoffe und Mehrwerte kritisch. Wenn der Mehrwert einer Marke nicht klar kommuniziert wird, greifen Verbraucher:innen zunehmend zur optisch gleichwertigen, aber günstigeren Eigenmarke.

Indem sie Kaufentscheidungen bereits im Vorfeld beeinflusst. Wenn Tierhalter:innen bei ihrer Online-Recherche – ob über Suchmaschinen oder KI-Systeme – die verständlichsten und fachlich fundiertesten Antworten einer Marke finden, steht die Kaufentscheidung bereits fest, bevor sie im Laden vor dem Regal stehen.

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